Acht Spieler lösen ihr Ticket für das Hauptfeld, viele deutsche Namen prägen das Bild – und mit Max Schönhaus und Niels McDonald rücken zum Auftakt am Dienstag zwei Nachwuchshoffnungen besonders in den Fokus.

Sydney Zick

Der Übergang war fließend: Während auf der Anlage des TC Rot-Weiß Troisdorf am Montag noch um die letzten Plätze im Hauptfeld gerungen wurde, war schon zu spüren, dass das NRW International nun in seine eigentliche Turnierwoche hineinwächst. Bei frühsommerlichen Bedingungen, vollen Sonnenfenstern und spürbar guter Resonanz auf der Anlage bekam der Qualifikationstag genau den Rahmen, den ein internationales Sandplatzturnier dieser Kategorie braucht – und sportlich lieferte er dazu die passende Substanz. Das mit 30.000 US-Dollar dotierte ITF-Turnier läuft vom 24. bis 31. Mai in Troisdorf und startet mit dem Hauptfeld am Dienstag.

Acht Spieler sicherten sich am Montag über die Qualifikation einen Platz im 32er-Hauptfeld. Durchgesetzt haben sich Tom Zeuch, Sydney Zick, Justin Schlageter, Laelson Rodrigues, Mac Visser, Ondrej Horak, Lasse Pörtner und Tom Sickenberger. Besonders auffällig: Der deutsche Einfluss war schon in der Qualifikation groß, nicht nur quantitativ, sondern auch sportlich. Mit Zeuch, Zick, Schlageter, Pörtner und Sickenberger kamen gleich fünf deutsche Spieler durch die drei Runden, dazu sorgten zahlreiche weitere deutsche Profis und Nachwuchsspieler in den Draws für ein klar erkennbares nationales Gepräge.

Interview mit Niels McDonald, Marc Raffel und Max Schönhaus (v.l.)

Gerade diese Dichte an deutschen Namen verlieh dem Qualifikationstag eine besondere Note. In nahezu jedem Abschnitt des Tableaus waren deutsche Spieler vertreten, viele Partien wurden zu direkten Standortbestimmungen auf gutem Niveau. Tom Zeuch spielte sich als topgesetzter Qualifikant durch das Feld, Sydney Zick behauptete sich ebenso wie Justin Schlageter, und auch Lasse Pörtner nutzte seine Chance konsequent. Dazu schafften mit Philipp Bosse und Ben Stecker sogar zwei deutsche Wildcard-Spieler den Sprung bis in die letzte Qualifikationsrunde, ehe dort Endstation war.

Turnierveranstalter Marc Raffel fasste die Atmosphäre des Auftakts treffend zusammen: „Bei traumhaften Bedingungen und tollem Wetter auf der schönen Anlage des TC Rot-Weiß Troisdorf sind bereits zahlreiche Zuschauer gekommen – und sie mussten ihr Kommen nicht bereuen. Sie haben starkes Tennis und spannende Matches erlebt. Morgen geht es mit dem Hauptfeld nahtlos weiter.“ Dieses Bild deckt sich mit dem sportlichen Eindruck des Tages: Die Anlage wirkte belebt, die Matches eng, der Wettbewerb vom ersten Ballwechsel an ernsthaft.

Ballkids im Einsatz

Mit dem Dienstag verschiebt sich der Fokus nun auf das Hauptfeld – und auch dort bleibt die deutsche Perspektive stark. Laut Order of Play stehen zum Auftakt mehrere Einzel mit deutscher Beteiligung an, darunter das rein deutsche Duell zwischen Nino Ehrenschneider und Nikolai Barsukov ab 11 Uhr. Ebenfalls am Dienstag greift Marvin Möller als Nummer zwei der Setzliste gegen Sander Jong ein, Aaron Funk trifft auf Kenny De Schepper, und am späten Nachmittag steht mit Niels McDonald gegen Aaron James Williams ein weiteres deutsches Duell auf dem Plan.

Gerade auf McDonald und Max Schönhaus richtet sich der Blick besonders aufmerksam. Beide gelten als deutsche Nachwuchsspieler mit Perspektive und stehen beispielhaft für jene Generation, die bei Turnieren wie dem NRW International wertvolle Matches auf Profiebene sammelt. McDonald eröffnet sein Einzelprogramm am Dienstagabend, Schönhaus ist zunächst im Doppel gefordert: Gemeinsam mit Kai Wehnelt geht das deutsche Duo als Nummer drei gesetzt in seine Partie gegen Yannick Baluska und Aaron Gil Garcia.

Stringing Service

Auch darüber hinaus ist das Programm aus deutscher Sicht dicht besetzt. Im Doppel starten Felix Einig/Joshua Schaefer gegen Henrik Thomas Neuss/Yannic Nittmann, Axel Herberg Amoros/Tim Loosen treffen auf Christoph Negritu/Adrian Oetzbach, Lasse Pörtner/Sydney Zick bekommen es mit Matteo Martineau/Louis Wessels zu tun, und Jannik Opitz/Tom Zeuch führen als topgesetztes Team das Tableau an. Das unterstreicht noch einmal, wie präsent die deutschen Spieler in Troisdorf nicht nur im Einzel, sondern auch im Doppel sind.

Der Blick ins Hauptfeld verspricht damit einen Dienstag mit klaren Linien: erfahrene Profis, mehrere deutsche Duelle, junge Namen mit Entwicklungspotenzial und Qualifikanten, die ihren Schwung mitnehmen wollen. Für das Turnier ist das ein idealer Übergang. Die Qualifikation hat bereits gezeigt, dass Tiefe, Intensität und lokale Resonanz vorhanden sind. Nun beginnt die Phase, in der sich das Feld sortiert – und in der Troisdorf die nächsten Geschichten schreibt.